Dezember bis Ende Februar

Hallo!

Seit meinem letzten Beitrag ist ja inzwischen schon eine ganze Weile vergangen. Inzwischen ist der Februar schon wieder fast vorbei, mein zweites Schulsemester hat auch schon vor einer Weile begonnen und Weihnachten und Neujahr habe ich ziemlich traditionell-Amerikanisch verbracht:

Am 24. Dezember bin ich am Abend mit meiner Gastfamilie in die Kirche gegangen, und die Bescherung zusammen mit meinen Gasteltern, meiner Gastschwester und meinen beiden kleinen Gastnichten Bella (5) und Laila (3) war dann am naechsten Morgen, ganz gemuetlich nach dem Fruehstueck und natuerlich im Schlafanzug ^^ Silvester und Neujahr habe ich hier zusammen mit einer Freundin von mir verbracht. Allerdings wird Silvester hier kaum gefeiert, wenn man nicht gerade in einer Grossstadt lebt. Es gibt weder Feuerwerke noch ein Anstossen auf’s neue Jahr, denn im Prinzip schaut man sich um Mitternacht im Fernsehen an, wie der Kristallball in New York City auf dem Timesquare parallel zum Countdoun faellt, und das ist es dann auch schon gewesen.

Der Winter hier war ziemlich seltsam fuer mich und ehrlich gesagt auch etwas anders, als ich es mir erhofft habe. Und ausserdem ist er anscheinend auch schon wieder fast vorrueber. Im Laufe der letzten Wochen waren Wetter und Temperaturen hier sehr wechselhaft. Vor 2 Wochen war es so sommerlich warm, dass ich mich in Shorts und T-Shirt in den Garten setzen konnte, und in dieser Woche hatte ich an keinem einzigen Tag Schule, da die Strassen zu vereist und verschneit sind, als dass die Schulbusse darauf fahren koennten.

Fuer mein zweites Schulhalbjahr habe ich ausserdem ein paar meiner Faecher geaendert. Da Kochen sowieso nur ein Semesterkurs war, habe ich jetzt stattdessen angefangen Schwedisch zu lernen und Botanik habe ich gegen Chor ausgetauscht. Zweimal woechentlich nach der Schule habe ich JazzBand und ab Anfang Maerz werde ich in Track & Field (Leichtathletik) auch wieder jeden Tag etwas Sport haben.

In der Wintersaison ist Basketball als Schulsport angeboten gewesen. Bei den Spielen sind wie im Herbst zum Football Schueler zum Anfeuern gekommen, in den Schulfarben angezogen und Gesichter bemalt. Das groesste Spiel war Courtwarming; das ist so ziemlich wie Homecoming fuer Football. Jeder Jahrgang in der Highschool (9-12) hat einen Schulflur zum Dekorieren zugeteilt bekommen, und nach dem Courtwarming-Spiel gab es in der Schule noch einen Tanz.

Das waere dann erst einmal das Wichtigste der letzten Monate zusammengefasst 🙂

Thanksgiving

Hallo!

Der Herbst ist nun endgültig vorbei. An manchen Tagen ist unser Wald bereits mit Schnee und Eis bedeckt und besonders heute ist die eisige Kälte, die der Norden bringt, nagend. Das Wetter hier mag ziemlich wechselhaft sein (gestern noch war es warm genug, um in T-Shirt und Shorts die Sonne zu geniessen), aber so langsam wird es doch schon winterlich kühler. Heute habe ich zum Beispiel keine Schule, weil die Straßen zu vereist sind, um mit einem Auto die vielen Hügel zu überwinden.

Dafür kann dann jetzt aber auch die Weihnachtszeit (richtig) losgehen. Und obwohl Weihnachtsbäume und Lichter hier schon seit Oktober die Häuser und Straßen zieren, und ich mit meinen Gasteltern auch schon in dem Themenpark, in dem sie arbeiten, eine Weihnachtsshow angesehen und die beste heiße Schokolade, die ich je getrunken habe, genossen habe, merkt man schon, dass Weihnachten eigentlich erst jetzt, mit dem ersten Advent, wirklich beginnt.

Den endgültigen Abschluss der Herbstzeit haben allerdings die Thanksgivingfeiertage letzte Woche gebildet. Das waren auch meine ersten Ferien seit dem Sommer. Meine Gasteltern sind mit mir am Mittwoch nach Jefferson City, der Hauptstadt von Missouri gefahren, um dort die Familie meiner Gastmutter zu besuchen – und zwar eine ganz schön große Famile (von der fast alle Mitglieder im Umkreis von 20 Meilen wohnen). Auf dem Weg hat sie mir einen groben Stammbaum aufgezeichnet, damit ich nicht allzu verloren bin 🙂

Mittwochabend und Donnerstag haben wir dann mit der Familie verbracht, zwei wirklich schöne Tage. Am Freitag sind wir dann weiter in eine kleinere Stadt, Camdenton, gefahren, um zu einem Bruder meines Gastvaters (welcher der Priester in dieser Stadt ist) zum traditionellen Thanksgiving Truthahn Essen zu gehen. Und er kann wirklich toll kochen! Allein das Essen und besonders den Truthahn vorzubereiten dauert schon ein paar Tage. Es gab Truthahn, süße Kartoffeln mit Marshmallows, Stuffing und vieles mehr. Und eine ganze Menge Amerikanischen Pie. Das Essen war so gut…. Schade, dass wir Thanksgiving nicht in Deutschland haben, es ist ein sehr schönes Familienfest (und außerdem ist das Essen wirklich, wirklich gut…).

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Zwei Familienmitglieder werden mir ganz besonders im Gedächtnis bleiben: Der Bruder meiner Gastmutter, Lloyd, und sein Sohn, Tyler. Sie nennen sie die „Texas Giants“, und nicht ohne Grund – ich weiß ja, dass ich nicht allzu groß bin, aber so klein wie an diesem Thanksgiving habe ich mich noch nie gefühlt 🙂

Das war es erst einmal von Thanksgiving. Ich freue mich schon auf die Adventszeit, die ja gestern begonnen hat – mal sehen, wie das hier in Amerika gefeiert wird.

Grüße aus Missouri, Josie

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Herbst in Missouri – Homecoming und Halloween

Mittlerweile ist hier in Missouri der Herbst eingekehrt. Er ist deutlich spuerbar, die warmen, sonnigen Tage sind bereits einem unbestaendigen Wetter gewichen, es wird kuehler und heftige Stuerme und  starken Regen erlebe ich immer oefter. Dafuer wird die Landschaft immer bunter – die vielen Waelder hier bestehen fast ausschliesslich aus Laubbaeumen.

Mit der kalten Jahreszeit kommen auch all die Amerikanischen Feiertage immer naeher. Halloween liegt bereits hinter mir, inzwischen bereiten sich alle auf Thanksgiving vor und Weihnachtsbaeume werden auch schon ueberall aufgebaut.

Die halbe letzte Woche haben wir hier Halloween gefeiert – und Amerikanisches Halloween ist einfach wunderbar! Alles war dekoriert mit Kuerbissen, Lichtern und gruseligen Hexen- und Geisterfiguren. Jeder hat sich verkleidet und geschmueckt – ganz egal, wie alt.

Mittwoch Abend war ich in unserer Kirche mit der Jugend das „Trunk or Treat“ betreuen. Einige Leute haben ihre Autos auf dem Parkplatz abgestellt und die Kofferraeume dekoriert. Kinder sind dann einfach herumgelaufen und haben sich Suessigkeiten von jedem Wagen geholt – ich bin an diesem Abend drei Runden mit einer Freundin um den Parkplatz gelaufen 😀

Am Donnerstag war wieder „Trunk or Treat“, dieses Mal in der Schule. Alle Teams und Clubs haben ihre Wagen dekoriert und die Warteschlange an Kindern war unendlich lang. Ich habe mit der Band den Band Raum als Geisterhaus dekoriert und Kinder erschreckt… und natuerlich wieder Suessigkeiten gesammelt 🙂

Freitag, der eigentliche Halloween Tag, war der kaelteste Tag, den ich hier je erlebt habe. Nahezu unter dem Gefrierpunkt. Ich sass in unserem Footballstadion und bin mit der Band zum wahrscheinlich vorletzten Mal unsere Show durchgegangen – alle in Halloweenkostuemen. Wir haben gewonnen – und fuer alle gab es wieder Suessigkeiten. Anschliessend war ich noch mit einer Freundin unterwegs zu einem „Haunted House“. Halloween war hier also eine einzigartige Erfahrung – jetzt muss ich nur noch daran arbeiten, all die Suessigkeiten aufzuessen 🙂

Vor einigen Woche war auch Homecoming. Irgendwann in der 5. Stunde (in der der Lehrer nicht auch nur versucht hat, uns noch irgendwie zu unterrichten) klingelte es, und alle Schueler, die einer Gruppe angehoren (Sportteam, Club, Band, Chor) sind zu ihren Umzugswaegen gelaufen, haben sich gegebenenfalls ihr Kostuem angezogen und sind mit der Gruppe zur Primary School gefahren. Jede Gruppe hatte einen dekorierten Wagen und Kostueme, ein Thema war zum Beispiel Alice im Wunderland. Alle haben sich in einer langen Parade eingereiht und wir sind an den verschiedenen Schulen, von denen aus uns die juengeren Kinder mit bunten Plakaten zugerufen haben, vorbei zur High School gefahren.

Am Abend war das Footballspiel, was eigentlich das Hauptereignis von Homecoming ist. Das Spiel war wirklich spannend, jeder hat sein Team angefeuert und viele Schueler haben ihre Gesichter mit den Schulfarben bemalt (eine Freundin hat mein Gesicht komplett mit roter und weisser Farbe angemalt 🙂 ) Wir haben das Spiel gewonnen… mit 47:0 😉 Zum Schluss wurden Homecomingking und Queen gewaehlt.

Mir geht es hier also nach wie vor sehr gut. Da der Herbst sich allerdings inzwischen dem Ende zuneigt, wird es hier etwas ruhiger. CrossCountry ist zu Ende, sowie die Marching Saison, und das bedeutet fuer mich, dass ich etwas mehr Ruhe und Zeit fuer mich habe. Soviel erst einmal dazu. Ich wollte mich schon etwas eher melden, hatte allerdings keine Zeit gehabt.

Bis dahin – Josie

Meine Freizeitaktivitaeten und der St. Louis trip

Hallo daheim!

Schon wieder ist ein Wochenende vergangen. Und mal wieder blieb mir an diesem letzten Wochenende nicht viel Freizeit 🙂 Dafuer hatte ich ein paar ziemlich interessante Tage mit einigen anderen Austauschschuelern in St. Louis, Missouri.

Samstag Morgen (was fuer mich bedeutete, dass an Ausschlafen mal wieder nicht zu denken war…) wurden wir alle von einem Bus eingelesen und nach St. Louis gefahren. Den restlichen Tag verbrachten wir dann in einem Freizeitpark, Six Flags, der groesstenteils nach dem Motto Marvel-Superhelden gestaltet ist. Es war ziemlich lustig 🙂 Eigentlich war geplant gewesen, dass wir uns alle gemeinsam ein Baseballspiel der St. Louis Cardinals ansehen, aber da es verschoben wurde, fiel das fuer uns leider aus. Ziemlich schade, ich hatte mich naemlich auf das Spiel am Meisten gefreut. Stattdessen besuchten wir ein Museum. Es war ein ziemlich interessantes Museum, wir haben darin zwar nichts gelernt, aber auf dem Dach eines 10-stoeckigen Gebaeudes mit einem Riesenrad zu fahren ist auch nicht schlecht 😉

Ausserdem waren wir im „Gateway Arch“, das Wahrzeichen von St. Louis. Der Aufzug, der uns zum hoechsten Punkt gefahren hat, ist so winzig, dass jeder, der groesser als ich ist (was im Prinzip auf fast jede andere Person der Gruppe zutrifft), darin den Kopf einziehen muss. Aber die Aussicht von oben war wirklich beeindruckend.

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Diese Woche war wieder einmal Einiges los. Sommer und Herbst hier sind fuer mich die Zeit, in der es am Meisten zu tun gibt. Ich bin darum auch im Moment nicht allzu viel zu Hause, den groessten Teil des Tages verbringe ich in der Schule, da fast alles, was ein Schueler hier am Nachmittag machen kann, sich dort abspielt. Viele Schueler bleiben nach dem Unterricht einfach da.

Ich habe hier jeden Tag CrossCountry Training, einmal woechentlich ein Rennen („meet“); die Band trifft sich zweimal woechentlich zu einer Probe am Abend (Samstag ist unser erster Wettkampf, und solangsam kommt die Aufregung und Nervositaet hoch 🙂 ); einmal in der Woche bin ich abends zu einer Art Jugendstunde in der Kirche (PSR) und in der Schule habe ich mich fuer 2 Clubs eingeschrieben.

FCCLA, was fuer Family, Career and Community Leaders of America steht, ist der Erste. Einmal monatlich ist ein Treffen und manchmal auch zwischendurch, um an Projekten teilzunehmen, die etwas Gutes fuer die Gesellschaft tun.

Der Zweite ist der Foreign Language Club. Ein Freund meinte, ich solle unbedingt beitreten, da ich ja aus einem anderen Land komme und eine andere Sprache spreche, also dachte ich, warum nicht 🙂 Treffen sind ebenfalls einmal monatlich. Wir versuchen dann auch mal Etwas aus unterschiedlichen Kulturen zu kochen und Aehnliches 🙂

In meiner Schule gibt es eine Gruppe, die sich einmal woechentlich vor Schulbeginn trifft und gemeinsam einen Kreis um die Amerikanische Flagge bildet und gemeinsam betet. Alle sind hier so viel staerker mit ihrem Glauben verbunden als in Deutschland. Vor den CrossCountry Rennen bilden wir ebenfalls einen  grossen Kreis, die Haende um die Schultern des Nachbarn gelegt, Maedchen und Jungen gemeinsam, und die Aelteste von uns spricht ein Gebet. Ich finde das ziemlich schoen so.

Ausserdem muss ich noch den „Pledge of Allegiance“ erwaehnen. In einer Unterrichtsstunde am Anfang der Woche stehen alle Schueler auf, drehen sich zur Amerikanischen Flagge (es gibt mindestens eine in jedem Raum), legen die Hand aufs Herz und sprechen diesen Treueschwur auf ihr Land. Da ich ja keine Amerikanerin bin, habe ich nicht mitgesprochen. Dafuer bekam ich ein paar verwirrte und teilweise veraergerte Blicke. Amerika ist wirklich sehr patriotisch.

Das war wieder wirklich das Wichtigste zusammengefasst. Ihr seht schon, es gibt ihr eine ganze Menge zu erleben 🙂 Ich freue mich immer ueber eure Kommentare oder Fragen, wenn ihr Etwas wissen wollt.

Bis dahin, Josie

Die erste Haelfte des Septembers

Hallo alle miteinander!

Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. All diese Tage sind gefuellt mit neuen Entdeckungen und Erfahrungen, in den letzten Tagen und Wochen war ich im Prinzip nur zum Schlafen zu Hause 🙂 Auch wenn es vielleicht ein bisschen stressig klingen mag – mein Leben hier ist, ich schaetze gerade, da es noch der Anfang meines Jahres ist, ziemlich aufregend, es passiert so viel, dass mir sogar schon die Zeit fehlt, alles aufzuschreiben. Ich versuche also, das Wichtigste zusammenzufassen, damit mein Blog kein Roman wird 🙂

Ich hatte inzwischen 2 CrossCountry Rennen. Jedes 5km lang, 3.1 Meilen. Fuer mich, die ich eigentlich nie mehr gelaufen bin, als ein paar Mal im Jahr in der Schule, ist es ziemlich gewoehnungsbeduerftig, jeden Tag Training zu haben und dazu einmal woechentlich ein 5 Kilometer Rennen durch den Wald, ueber’s Feld und Huegel hinauf und hinunter 🙂

Warum ich mir das antue? Es ist jetzt nicht unbedingt so, dass ich Laufen so sehr liebe. Sagen wir mal so, ich beginne so langsam, es zu moegen. Aber ich denke, ein bisschen Bewegung kann ja nicht schaden, besonders, da ich Suessigkeiten besonders gern habe und Amerika davon nicht gerade allzu Wenige, aeusserst Leckere hat 😉 Auch wenn es fuer Deutsche nicht unbedingt lecker klingen mag: PB&Jelly-Sandwich (Erdnussbutter und Marmelade) schmeckt wunderbar!

An meiner Schule gibt es noch eine andere Austauschschuelerin, sie kommt aus Italien. Ich sehe sie jeden Tag bei CrossCountry. Es ist sehr schoen mit jemandem ueber all diese Dinge zu reden, die hier so anders sind, der genau in derselben Situation steckt, wie man selbst. Oder um einfach mal gemeinsam etwas in diesem wirklich verrueckten Land zu unternehmen 🙂

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Die Schule ist nach wie vor toll – ich kann mir zwar vorstellen, dass es mit der Zeit langweilig wird, jeden Tag dieselben Unterrichtsstunden zu haben, aber im Moment macht mir die Schule hier noch sehr viel Spass 🙂 Ich lerne staendig neue Schueler kennen; wenn ich zwischen den verschiedenen Faechern den Raum wechseln muss, treffe ich immer jemanden, der mir zuwinkt und einfach Hallo sagt. Die Schueler an meiner Schule sind sehr herzlich und unheimlich nett und staendig wird jemand umarmt, mich eingeschlossen 🙂

Inzwischen bin ich auch in der Lage, meinen Spind (der als Schloss ein Raedchen hat, an dem ich eine bestimmte Ziffernkombination eingeben muss, um den Spind zu oeffnen) relativ schnell und problemlos zu oeffnen 🙂 Ich habe begonnen, ihn ein bisschen zu gestalten und ein paar Fotos hineinzuhaengen.

Die Lehrer sind hier ziemlich locker und freundlich, viele Schueler nennen sie sogar beim Vornamen. Ein Lehrer an meiner Schule, der in der Pause aufpasst, dass jeder Schueler rechtzeitig in seiner Klasse ist, hat ein gruenes StarWars-Lichtschwert bei sich 🙂 So sehen uebrigens die Gaenge mit den Schliessfaechern aus, fuer gewoehnlich sind sie ziemlich ueberfuellt von all den Schuelern.

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Liebe zukuenftige Austauschschueler – macht euch bloss keine Gedanken darueber, ob ihr genuegend Kleidung mitgenommen habt! Innerhalb dieser kurzen Zeit hat sich die Fuellmenge meines Kleiderschrankes hier verdoppelt 🙂 Das liegt aber nicht daran, dass ich so viel einkaufen war, sondern vielmehr, weil man hier wirklich fuer jede Veranstaltung an der man teilnimmt und in jeder Gruppe ein T-Shirt oder Aehnliches bekommt 🙂 Dementsprechend versuche ich mich hier, zumindest  ein bisschen, an die Kleiderordnung anzupassen.

Letztes Wochenende war ich mit ein paar Jugendlichen aus meiner Kirche bei einer Jugendveranstaltungen in der naechstgroesseren Stadt, Branson. Katholiken sind hier uebrigens ziemlich Wenige, und das obwohl ich euch so gut wie Niemanden nennen koennte, der hier keiner Religion angehoert. Es war ein langes, aber ziemlich interessantes Wochenende.

Die 4 Waende und die Decke meines Zimmers sind weiss. Zwar haengen ein paar Bilder daran, dennoch fuehlt es sich ziemlich leer an. Darum haben mir meine Gasteltern angeboten, dass ich meine Waende bemalen, beschreiben und komplett gestalten darf, wie ich es gerne mag! 🙂 Die von euch, die mich persoenlich kennen, wissen, dass ich es liebe zu zeichnen, zu malen und einfach kreativ zu sein und ich freue mich unheimlich darueber, dass ich jetzt 4 Waende Platz habe, um mal wieder Etwas zu malen 🙂 Ich habe bereits mit dem ersten Bild begonnen, aber mir fehlt im Moment leider die Zeit, um viel daran zu arbeiten.

Hier ist uebrigens einmal ein Bild von meinen Gasteltern, den kleinen Enkelinnen Bella und Laila und mir, an dem Tag, an dem ich angekommen bin.

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Wie versprochen war das fuers Erste das Wichtigste. Die naechsten Wochen und Monate bis zum Winter werden wohl spannend weitergehen, es gibt viel zu tun bis dahin. Hier wird bereits fuer den Herbst und fuer Halloween dekoriert, mal schauen, was mich noch Alles erwartet 🙂 Ich versuche, mich bald wieder zu melden.

Bis dahin, liebe Gruesse aus  Amerika – Josie

 

 

 

 

 

…und die Schulzeit beginnt

Für mich geht mit dieser Woche auch die erste (halbe) Schulwoche zu Ende. Während meine kleine Schwester zu Hause also noch ganz entspannt ihre Ferien genießen kann, sitze ich bereits an den ersten Hausaufgaben… Und nach dieser kurzen Zeit in der High School kann ich etwas sagen, was wohl nicht allzu viele Schüler von sich behaupten können: Ich gehe gern in die Schule! 🙂

Meine Schule ist die Reeds Spring High School, eine Schule, die ca. 20 Minuten Autofahrt von meinem zu Hause entfernt liegt, was für die Menschen hier nur ein Katzensprung ist. Mittwoch war mein erster Schultag, am Montag habe ich bereits meine Fächer gewählt. Ich konnte meinen Stundenplan selbst zusammenstellen 🙂

Mein Schultag besteht jeden Tag aus denselben 7 Stunden:                                             1.Band („Wolves Pride Band“)                                                                        2.Amerikanische Geschichte (Pflicht für mich als Austauschschüler)                              3.Mathe (ebenfalls Pflicht für mich)                                                                                    4.Nutrition/ Health                                                                                                             5.Kunst                                                                                                                             6.Botanik                                                                                                                             7.Englisch (mein drittes Pflichtfach)

Anschließend habe ich CrossCountry. Das heißt nach der Schule noch 1 1/2 Stunden Ausdauerlauf durch den Wald 🙂 Zu Hause bin ich immer erst gegen 6 Uhr abends.

Von allen Fächern mag ich Band am liebsten. Wir sind 78 Schüler in der Marching Band und trotzdem läuft alles koordiniert ab, jeder kennt seine Position und seinen Part – abgesehen von mir 😀 In den Ferien gab es ein zweiwöchiges Bandcamp, das ich verpasst habe. Aber der Lehrer ist unheimlich freundlich und ist einfach nur zufrieden damit, dass ich schon so gut und so schnell in der Band aufgenommen bin. Ich habe allein in dieser Band schon so viele gute Freunde gefunden, die mir bei Allem helfen (und das nach nur 3 Tagen!) Wie spielen und marschieren bei großen Sportevents. Nächsten Freitag ist schon das erste Footballspiel….                                                      In Botanik werden wir jeden Tag ins Gewächshaus gehen und uns um die Pflanzen kümmern, die wir anpflanzen werden. Den Lehrplan bestimmen die Schüler 🙂        Nutrition habe ich im ersten Halbjahr, ein Fach darüber, wie ich mich gesund ernähre und wie furchtbar ungesund McDonalds ist 🙂 Davor habe ich „Guided Study Hall“, ich sitze eine halbe Stunde im Raum und darf meine Hausaufgaben oder was-auch-immer machen.                                                                                                                            In Kunst saß ich bis jetzt meistens in der Mitte des Raumes und alle Schüler und der Lehrer haben mir Fragen über die Meinung der Deutschen gestellt und was ich von Amerika halte… das sind immer ganz interessante Diskussionen 🙂

Jeder Schüler hat einen Laptop – niemand schreibt hier mehr auf Papier oder druckt seine Hausaufgaben aus. Alles ist digital und passiert per Internet, sogar die Tests! Außerdem wurden wir alle gefragt, wie wir vom Lehrer gerufen werden wollen. Tatsächlich habe ich Botanik mit „Optimus Prime“ 😀

So, das war jetzt erstmal eine ganze Menge. Und dabei habe ich mich schon bemüht, nicht allzu sehr auszuschweifen 🙂                                                                                     Ich melde mich, wenn es wieder etwas Neues gibt – Josie

 

Missouri – Endlich angekommen

Hallo alle miteinander 🙂

Ich habe es schon einmal gesagt, und ich bleibe bei meiner Meinung: Die Zeit rennt. Es ist nun schon eine Woche her, dass ich in Leipzig in den Flieger gestiegen bin, mich von allen verabschiedet habe und nach New York geflogen bin. Mittlerweile bin ich auch schon seit Samstag in Missouri bei meiner Gastfamilie und eine spannende Sache folgt der nächsten.

Aber zuerst zu New York. Die unter euch, die mich kennen, wissen, dass ich nicht unbedingt ein Großstadtmensch bin 🙂 Aber New York ist anders. Anders als Berlin, als Leipzig, als London… anders. Diese Stadt gefällt mir wirklich gut! All die Menschen dort waren so freundlich und höflich und zuvorkommend, die Stadt (zumindest Manhatten und die Teile von New Jersey und Brooklyn in denen wir waren) ist ordentlich und sauber und einfach beeindruckend!

Skyline

Die Skyline von New York City ist einfach unbeschreiblich! Ich habe so viel gesehen – Der wunderschöne Central Park, die Freiheitsstatue, der Times Square bei Nacht… und außerdem gab es eine Menge Essen ^^ Unser Tourguide z.B. (aus Brooklyn stammend) ließ uns die, seiner Meinung nach, supertolle Pizza in Brooklyn essen – und ich muss sagen, er hat wirklich Recht 😀

Freiheitsstatue

Seit Samstag bin ich nun in Missouri. Ich wohne mit meinen Gasteltern in einem typisch amerikanischen Haus, die Hunde Tessie und AJ sind sehr lieb und nach einer Minute Fußmarsch bin ich am See. Der See ist traumhaft, das Wasser herrlich und die Sonnenuntergänge unbeschreiblich schön! Der Wald gefällt mir auch, es gibt so viele wilde Tiere, an die ich noch nicht gewöhnt bin – Hirsche, Amarillos, Kojoten, sogar Bären, Wölfe und Berglöwen! Und was besonders schön ist: All die vielen Glühwürmchen 🙂

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Ich verbringe viel Zeit im Freizeitpark, in dem meine Gasteltern arbeiten. Ich kann Achterbahn fahren, wann immer ich will, den sogenannten „Craftman“ zusehen, wie sie Messer schmieden oder sonstige Handwerke vorstellen (was interessanter ist, als es für euch vielleicht klingen mag) oder mich einfach irgendwo hinsetzen und lesen.

Mir geht es hier also gut 🙂 Auch wenn ich euch dort zu Hause vermissen werde (an euch künftige Austauschschüler: Das ist ganz normal, selbst am Anfang 🙂 Schon nach einer Woche kann ich euch das sagen. Ein bisschen Sehnsucht nach den alten Gewohnheiten bleibt nicht aus. Es wird nur etwas verblassen, wenn der Alltag beginnt, man beschäftigt ist und sich wirklich an alles gewöhnt), die kommenden 10 Monate werde eine schöne Zeit und viele Erfahrungen und Gutes bringen.

Ich melde mich bald wieder, wenn es etwas Neues gibt – was hier ständig passiert 🙂

Bis dahin – Josie

 

Noch 10 Tage…

Tick tock… die Zeit rennt. Sie scheint vor mir wegzurennen und ich kann nicht schnell genug werden, um doch noch genügend von ihr abzubekommen. In 10 Tagen geht´s los. Und Zeit ist im Moment das, was mir am meisten fehlt. Es gibt noch so viel zu tun, so vieles, woran ich denken muss und so viele Dinge, die ich gern noch machen würde. Aber die Zeit reicht nicht aus.

Ich bin mitten im mich-verabschieden von meinen Freundinnen und Freunden, meiner Familie, einfach von allen, die ich lieb habe und die mir wichtig sind. Vor ein paar Tagen  habe ich eine kleine Abschlussfeier mit meinen beiden besten Freundinnen gehabt, und danach bleibt nur noch zu sagen: Danke für Alles ihr zwei, ich hab euch soo lieb und werd euch vermissen!!

In der kommenden Woche muss ich mich noch von meiner Familie und meinem Verein mit allen die dazu gehören verabschieden… Ihr werdet mir alle unheimlich fehlen! Ich meld mich zwischendurch mal bei euch 🙂

Packen ist ziemlich stressig, aber mit vernünftiger Planung geht es schon (irgendwie… 😉 ) Mein Visum ist jetzt auch da, sowie mein Flugplan. Bevor ich bei meiner Gastfamilie ankomme, bin ich noch 3 Tage in New York – wird stressig aber ich freu mich schon richtig drauf 😀

Ich bin schon seit Tagen verdammt nervös und ruhelos… was (und vor Allem WEN ) ich hier zurücklassen werde schleicht sich ziemlich schnell in mein Bewusstsein ein… und lässt mich nicht los, macht mich ein bisschen sehr kirre und das heiße Wetter hier passt mir grad gar nicht… Ich will, dass diese 10 Tage endlich vorbei sind und dann mal, dass ich mehr Zeit hätte. Aber wie eine Freundin von mir gesagt hat – die Zeit ist ein rücksichtsloser Idiot 🙂

Bis dahin, Josie

 

 

 

Was es Neues gibt

Hey da 🙂

Es ist schon wieder ein Monat vergangen, seit ich das erste Mal geschrieben habe. Inzwischen kann ich die Wochen bis zum Abflug an einer Hand abzählen… 🙂

Und natürlich ist in dem Monat auch wieder Einiges los gewesen, das Visum ist beantragt und der Termin bei der Botschaft steht. So ein Visum zu beantragen ist ne ganze Menge Arbeit, es hat Stunden gedauert… Naja, immerhin ist das jetzt endlich erledigt.

Außerdem hat mir meine liebe Gastmutter den Kontakt zum Bandlehrer meiner Schule hergestellt. Ich mag ja gern in der Band mitspielen (was dort übrigens tatsächlich ein Unterrichtsfach ist! 😀 ) und habe dann etwas aufzuholen, weil ich bei den Vorbereitungscamps noch nicht dabei sein werden kann. Meine Gasteltern haben mir auch eine Liste mit den Fächern der Reeds Spring High gegeben; Band, Chor, Anatomie – ich freu mich schon drauf! 🙂

So langsam macht sich bemerkbar, was ich verpassen werde und dass der Abflug wirklich immer näher rückt… Zu dieser Feier bin ich nicht mehr da, diesen Auftritt und jenes Turnier verpasse ich… hm 🙂 Bald geht’s los 🙂

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Mein Auslandsjahr

Hi Leute 🙂

Tja, jetzt habe ich auch meinen Blog. Und die Tatsache, dass ich mir jetzt  vorgenommen habe, endlich etwas zu schreiben, nachdem ich es so lang vor mir hergeschoben habe, lenkt meine Gedanken nun doch wieder auf das Auslandsjahr. Es ist schon so viel passiert und bis es losgeht, dauert es ja gar nicht mehr allzu lang. Die Zeit vergeht einfach rasend schnell…

Ich bin Josie, (noch) 15 und fliege Ende Juli für 10 Monate in die USA, genauer gesagt nach Galena, Missouri. Das ist ein kleines 200 Seelen Dörfchen, ich werde direkt an einem großen See und an einem Wald leben. Ich freu mich schon sehr darauf, auf die Natur und all die wilden Tiere, die ich dort hoffentlich mal sehen werde 🙂

Meine Gastfamilie kenne ich schon seit Februar, was komisch ist, weil ich mir ziemlich sicher war, dass ich am Flughafen stehen und noch immer nicht wissen werde, wo es hingeht… 🙂 Ich habe schon viel mit ihnen geschrieben, geskypet und auch einmal telefoniert. Sie sind unglaublich nett und ich freu mich sehr, dass ich ein Jahr mit ihnen leben und von ihnen lernen darf! Es ist ein Ehepaar, um die 60, ihre Tochter und Enkelinnen leben in der Nähe. Meine Highschool ist relativ klein, 700 Schüler. Die Reeds Spring High, mit den Red Wolves. Die Fächer und all die Sportmöglichkeiten dort sind so anders als hier, ich freu mich schon darauf, Neues auszuprobieren 🙂

Manchmal frag ich  mich, warum ich eigentlich fliegen will. Gerade ist es hier so schön, ich habe ein tolle Zeit mit meinen Freunden und weiß, dass sie mir und ich ihnen fehlen werde/n. Ebenso natürlich meine Familie. Aber dann denk ich wieder daran, dass ich in  diesem Jahr einzigartige Erfahrungen machen und ein unvergessliches Abenteuer erleben werde. Ich weiß, dass ich darauf vertrauen kann, dass meine Freunde und meine Familie, für die ich meinen Blog hauptsächlich schreibe, bei meiner Rückkehr da sein werden. Und so kann ich die Zeit bis zum Abflug noch mit ihnen genießen, bis es zuerst nach New York und dann nach Galena in mein eigenes, großes Abenteuer geht.

„Du wirst viel mehr die Dinge bereuen, die du nicht getan hast, als die, die du getan hast.“